Das Wichtigste auf einen Blick
Was ist 2K-Dichtschlämme?
Die 2K-Dichtungsschlämme ist eine zweikomponentige, zement-basierte Abdichtung, die Pulver- und Flüssigkomponente kombiniert. Sie wird vor allem für hoch beanspruchte Feucht- und Nassbereiche an Bauwerken eingesetzt.
Die Dichtschlämme besteht aus einer zementgebundenen Pulver-Komponente (A) mit mineralischen Zuschlägen und einer polymeren Flüssig-Komponente (B). Ein typisches Set umfasst beispielsweise 10–12 kg Pulver und 5–8 kg Dispersion.
Nach dem Anmischen entsteht eine pastöse, streich- oder spachtelfähige Masse, die auf Wand und Boden aufgetragen werden kann. Nach der Trocknung bildet sie eine wasserundurchlässige Schicht.
Flexible Dichtschlämme sind in der Regel zement- oder kunststoffmodifiziert und bieten eine solide Wasserbeständigkeit, die sie für verschiedene Anwendungen geeignet macht. Typische Produktausführungen sind grau oder hellgrau mit faserverstärkter Rezeptur für erhöhte Rissüberbrückung.
Info:
2K-Dichtschlämme eignet sich sowohl als Verbundabdichtung unter Fliesenbelägen als auch als Bauwerksabdichtung gemäß DIN 18531-5, DIN 18533 und DIN 18535-3.
Einsatzgebiete von 2K-Dichtschlämme
2K-Dichtschlämme wird überall innen und außen eingesetzt, wo dauerhaft Feuchtigkeit oder Wasser einwirken und eine flexible, rissüberbrückende Abdichtung erforderlich ist.
- Innenbereiche: 2K-Dichtschlämme werden häufig zur Abdichtung in feuchten Bereichen wie Badezimmern, Duschen und Schwimmbädern eingesetzt, da sie eine hohe Wasserbeständigkeit bieten. Das gilt auch für gewerbliche Nassräume, Hauswirtschaftsräume sowie Schwimmbecken bis ca. 6 m Wassertiefe.
- Außenbereiche: Dichtschlämme sind auch für die Außenabdichtung von Terrassen und Balkonen geeignet, insbesondere in Verbindung mit keramischen Belägen, um die Struktur vor Witterungseinflüssen von außen zu schützen. Weitere Anwendungsbereiche sind Loggien, Laubengänge, Kellerwände im Erdreich und Sockelbereiche.
- Bauwerksabdichtung: 2K-Dichtschlämme eignet sich für die Bauwerksabdichtung zum Schutz von Kellern, Fundamenten und Bodenplatten vor eindringender Feuchtigkeit.
- Betonschutz: 2K-Dichtschlämme eignet sich als Betonoberflächenschutz gegen Carbonatisierung und Tausalze bei Parkdecks und freibewitterten Betonteilen.
- Normgerechte Anwendung: Verbundabdichtungen mit keramischen Belägen gemäß DIN 18534 für Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I sowie Behälterabdichtungen gemäß DIN 18535-3 bieten eine normgerechte Lösung für Planer und Verarbeiter.

2K-Dichtschlämme schützen Nassräume dauerhaft vor eindringender Feuchtigkeit.
Aufbau und technische Kennwerte von 2K-Dichtschlämme
Für eine fachgerechte Planung und Ausführung sind insbesondere Mischungsverhältnis, Schichtdicke, Verarbeitungszeit und Temperaturbereiche entscheidend. Technische Datenblätter und Merkblätter des jeweiligen Produkts sollten stets projektbezogen berücksichtigt werden.
| KENNWERT | TYPISCHER BEREICH |
|---|---|
| Mischungsverhältnis | 2 Teile Pulver : 1 Teil Flüssigkomponente |
| Nassschichtdicke | 3 mm für ca. 2 mm Trockenschicht |
| Verarbeitungszeit | 90 – 120 min bei 20 °C |
| Verarbeitungstemperatur | 5 –25 °C |
| Rohdichte (nass) | 1,1 – 1,3 g/cm³ |
| Farbe | Grau, teilweise hellgrau |
- Mischungsverhältnis: Das Mischungsverhältnis beträgt ca. 2 Teile Pulver (A Komponente) zu 1 Teil Flüssigkomponente (B Komponente). Bei einem 15-kg-Set entspricht dies beispielsweise 10 kg Pulver und 5 kg Dispersion.
- Schichtdicken: Die Mindesttrockenschichtdicke bei 2K-Dichtschlämme beträgt in der Regel 2 mm. Bei drückendem Wasser sollte eine Gesamttrockenschichtdicke von mindestens 2,5–3,0 mm in mehreren Lagen eingeplant werden.
- Verarbeitungszeit: Bei Temperaturen über 25 °C verkürzt sich die Topfzeit deutlich. Es sollte daher nur so viel Material angemischt werden, wie innerhalb der Verarbeitungszeit verarbeitet werden kann.
- Umgebungsbedingungen: Direkte Sonneneinstrahlung, Wind und Regen sollten während der Verarbeitung vermieden werden. Auch die relative Luftfeuchtigkeit beeinflusst die Trocknungszeit.
- Sicherheitsdatenblatt: Das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers enthält wichtige Hinweise zum Gesundheitsschutz sowie zur sicheren Verarbeitung und Handhabung.
Verbrauch und Materialkalkulation
Eine präzise Verbrauchskalkulation erleichtert die Kostenplanung und hilft, unnötige Restmengen oder Nachbestellungen zu vermeiden. Der Materialpreis hängt maßgeblich von der benötigten Menge ab.
- Standardverbrauch: Als Richtwert gilt ein Verbrauch von ca. 2,0 kg/m² je mm Schichtstärke. Bei einer 2 mm starken Trockenschicht sollten insgesamt ca. 4–5 kg/m² eingeplant werden.
- Einflussfaktoren: Der tatsächliche Materialverbrauch hängt von Untergrundbeschaffenheit, Saugfähigkeit, verwendetem Auftragswerkzeug sowie der Erfahrung des Verarbeiters ab.
Hinweis:
Bei größeren Projekten empfiehlt sich ein Verbrauchsrechner oder das Anlegen von Probeflächen, um den tatsächlichen Materialbedarf präzise zu ermitteln. Dies erleichtert die Planung und Bestellung der benötigten Materialien.
Untergrundvorbereitung und Verarbeitung von 2K-Dichtschlämme
Die Verarbeitung von 2K-Dichtschlämme erfordert eine sorgfältige Untergrundvorbereitung und präzises Mischen, da viele Schäden auf unzureichende Vorbereitung oder zu geringe Schichtdicken zurückzuführen sind.
Die Untergründe müssen fest, tragfähig, sauber und frei von Trennmitteln sein. Beton sollte mindestens 28 Tage alt und Estrich ausreichend ausgetrocknet sein. Hohlstellen, Risse und Ausbrüche sind fachgerecht zu schließen, stark saugende Untergründe vorzunässen oder zu grundieren und glatte Flächen mechanisch aufzurauen.
Mischen der 2K-Dichtschlämme
Das korrekte Mischen ist Voraussetzung für eine homoge, durchgehende Dichtschicht. Klumpen oder ungemischte Bereiche führen zu Schwachstellen in der Abdichtung.
- Zunächst die Flüssigkomponente (B) in ein sauberes Mischgefäß geben und anschließend die Pulverkomponente (A) unter ständigem Rühren mit einem Rührquirl einmischen.
- Die Mischung so lange verrühren, bis eine klumpenfreie, cremige Konsistenz entsteht. Anschließend eine Reifezeit von ca. 3–5 Minuten einhalten und nochmals kurz durchmischen.
- Das im technischen Merkblatt angegebene Mischungsverhältnis darf nicht verändert werden – zusätzliches Wasser beeinträchtigt die Haftzugfestigkeit und Wasserdichtigkeit.
- Nur so viel Material anmischen, wie innerhalb der Verarbeitungszeit verarbeitet werden kann. Bei hohen Temperaturen empfiehlt sich die Verarbeitung kleinerer Chargen.
Auftrag und Schichtaufbau
Die Dichtschlämme wird in zwei bis drei Arbeitsgängen aufgetragen, um die erforderliche Schichtdicke gleichmäßig zu erreichen. In der Regel erfolgt der Auftrag in mindestens zwei Lagen.
- Erste Lage: Die Dichtschlämme mit Bürste oder Quast sorgfältig in den Untergrund einarbeiten, um Poren zu schließen und eine optimale Haftung sicherzustellen.
- Zweite Lage: Nach dem Ansteifen der ersten Schicht die nächste Lage quer zur vorherigen Auftragsrichtung aufbringen. Die Gesamtauftragsstärke sollte ca. 4–5 mm nicht überschreiten.
- Drückendes Wasser: Bei Behälterabdichtungen oder erdberührten Bauteilen mindestens drei Lagen mit einer Gesamttrockenschichtdicke von ca. 2,5–3,0 mm einplanen.
- Details: Ecken, Anschlüsse und Durchdringungen mit Dichtbändern, Manschetten und Formteilen systemgerecht in die frische Schicht einbetten.
- Schutz: Die frisch aufgetragene Dichtschlämme für ca. 1–3 Tage vor direkter Sonneneinstrahlung, Zugluft, Regen und Frost schützen, um ein zu schnelles Austrocknen zu vermeiden.

Dichtschlämme wird mehrlagig aufgetragen und an Details sorgfältig abgedichtet.
1K- vs. 2K-Dichtschlämme und andere Abdichtungssysteme
Bei der Wahl des richtigen Systems stehen Anwender oft vor der Entscheidung zwischen 1K- und 2K-Dichtschlämmen sowie Alternativen wie Flüssigfolie oder Bitumenabdichtungen. Die Anforderungen und berücksichtigt werden Klasse der Wasserbelastung sollten dabei .
| SYSTEM | VORTEILE | TYPISCHE ANWENDUNGSBEREICHE |
|---|---|---|
| 1K-Dichtschlämme | Gebrauchsfertig, einfache Handhabung | Kleine Projekte, innen |
| 2K-Dichtschlämme | Höhere Flexibilität, mechanisch belastbar | Schwimmbäder, Terrassen, Keller |
| Flüssigfolie | Sehr elastisch, schnelle Verarbeitung | Innenräume, Verbundabdichtung |
| Bitumenbeschichtung | Bewährt bei Erdkontakt | Außenwände, Fundamente |
- 1K-Systeme: 1K-Dichtschlämme sind einkomponentig und können direkt aus dem Gebinde verarbeitet werden, was sie besonders benutzerfreundlich macht. Sie eignen sich für Bereiche mit mäßiger Feuchtebelastung.
- 2K-Systeme: Durch den Polymeranteil der Flüssigkomponente sind 2K-Systeme flexibler, rissüberbrückend und deutlich widerstandsfähiger gegen mechanische und chemische Beanspruchung. Die Bruchdehnung liegt oft bei über 10–20 %.
- Einsatzempfehlung: 1K-Dichtschlämme sind ideal für kleinere Projekte, während 2K-Dichtschlämme für anspruchsvollere Anwendungen mit höheren Leistungsanforderungen geeignet sind – etwa bei dauerhafter Wasserbelastung in Schwimmbecken, auf Terrassen oder bei erdberührten Bauteilen.
- Flüssigfolie: Sehr elastisch und UV-beständig, ideal für schnelle Abdichtungen im Verbund unter Fliesen im Innenbereich, jedoch mechanisch weniger belastbar als zementäre Dichtschlämmen.
- Bituminöse Abdichtungen: Typischerweise für erdberührte Außenbauteile geeignet, im direkten Fliesenverbund jedoch nicht immer die bevorzugte Lösung.
Hinweis:
Die Wahl des geeigneten Abdichtungssystems sollte stets unter Berücksichtigung der Wassereinwirkungsklassen W0-I, W1-I, W2-I, W2-B und W3-I sowie des Untergrunds, der Nutzungsart und der Herstellerangaben erfolgen.
Wann ist flexible 2K-Dichtschlämme sinnvoll?
Flexibilität ist insbesondere bei rissgefährdeten Untergründen, Temperaturschwankungen und leichten Bauteilbewegungen entscheidend. Hier zeigen 2K-Systeme deutliche Vorteile gegenüber starren 1K-Varianten.
- Bewegungsaufnahme: Die Flexibilität von Dichtschlämmen ermöglicht es, Rissbildungen im Untergrund zu überbrücken und somit die Integrität der Abdichtung auch bei leichten Bewegungen oder Setzungen des Gebäudes zu bewahren.
- Innenbereich: Flexible Dichtschlämme werden hauptsächlich verwendet, um Oberflächen wasserdicht zu machen und vor Feuchtigkeit zu schützen – etwa in einer bodengleichen Dusche sowie in Wellnessanlagen und gewerblichen Küchen.
- Außenbereich: Besonders geeignet für Balkone, Terrassen, Loggien, Außentreppen und Poolbereiche mit wechselnden Temperaturen und thermischen Bewegungen.
- Details: Bei Anschlussdetails wie Boden-Wand-Übergängen, Rohrdurchführungen und Abläufen reduziert die elastische, rissüberbrückend wirkende Schicht die Gefahr von Undichtigkeiten erheblich.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie lange muss 2K-Dichtschlämme trocknen, bevor Fliesen verlegt werden können?
2. Ist 2K-Dichtschlämme für dauerhaft bewitterte Bereiche geeignet?
3. Wie lange ist ein ungeöffnetes 2K-Set lagerfähig?
4. Wie reinige ich Werkzeuge nach der Verarbeitung?
5. Wie entsorge ich Reste von 2K-Dichtschlämme?
6. Wo finde ich weitere Angebote wie Video-Anleitungen?
7. Wie ermittle ich den voraussichtlichen Verbrauch?
Zusammenfassung
2K-Dichtschlämme ist ein leistungsfähiges Abdichtungssystem für hoch beanspruchte Feucht- und Nassbereiche und bietet bei fachgerechter Ausführung einen zuverlässigen Feuchteschutz über viele Jahrzehnte. Entscheidend für eine dauerhaft sichere Abdichtung sind eine sorgfältige Untergrundvorbereitung, ein korrekt berechneter Materialverbrauch sowie ein mehrlagiger Schichtaufbau mit ausreichender Gesamtdicke.
Die Wahl zwischen 1K- und 2K-Systemen sowie zwischen Dichtschlämme, Flüssigfolie und Bitumenabdichtung sollte stets auf die jeweilige Beanspruchung und die geltenden Normen abgestimmt werden. Technische Merkblätter und Verarbeitungsvorgaben der Hersteller sind verbindlich einzuhalten, um eine fachgerechte und normkonforme Ausführung sicherzustellen. Bei sachgemäßer Anwendung stellt 2K-Dichtschlämme eine langlebige, flexibel rissüberbrückende und sichere Lösung für die Abdichtung von Badezimmern, Balkonen, Terrassen, Kellern und Schwimmbecken dar.


