Das Wichtigste auf einen Blick
Warum eine nachträgliche Horizontalsperre notwendig ist
Das Eindringen von Feuchtigkeit in das Mauerwerk kann schwerwiegende Folgen haben. Ältere Gebäude, die vor 1957 errichtet wurden, verfügen oft nicht über effektive Horizontalsperren, was das Risiko von Feuchtigkeitsschäden erhöht. Durch die Kapillarwirkung steigt Wasser aus dem Erdreich in die Wände auf und kann zu erheblichen Schäden führen. Eine Wand-Horizontalsperre verhindert diesen kapillaren Feuchtetransport, der durch die Kapillaren im Mauerwerk verursacht wird. Diese Kapillaren wirken wie kleine Röhrchen, durch die das Wasser entgegen der Schwerkraft nach oben in die Wände steigt. Besonders in älteren Häusern ohne wirksame Abdichtung oder in Gebäuden mit Bruchsteinmauerwerk ist dieser Effekt häufig zu beobachten. Die Folge sind feuchte Kellerwände, muffiger Geruch und eine erhöhte Salzbelastung, die das Mauerwerk zusätzlich schädigen kann.
Diese Schäden zeigen sich durch Schimmelbildung, abblätternden Putz und sogar durch strukturelle Beeinträchtigungen des Gebäudes. Eine nachträgliche Horizontalsperre ist unerlässlich, um sowohl die Gesundheit der Bewohner als auch die Stabilität des Gebäudes zu bewahren. Die Präsenz von aufsteigender Feuchtigkeit kann die Bausubstanz dauerhaft schädigen, was die Dringlichkeit einer effektiven Horizontalsperre unterstreicht.
Achtung!
Ohne eine wirksame Sperrschicht kann aufsteigende Feuchtigkeit die Wände durchdringen und langfristig zu erheblichen Bauschäden führen. Daher ist die Installation einer nachträglichen Horizontalsperre unerlässlich, um nicht nur die Lebensqualität zu verbessern, sondern auch den Wert des Gebäudes zu erhalten.
Methoden zur nachträglichen Horizontalsperre
Es gibt verschiedene Methoden zur Herstellung einer nachträglichen Horizontalsperre, die in mechanische und chemische Verfahren unterteilt werden können. Diese Methoden bieten unterschiedliche Ansätze und Lösungen, um die Feuchtigkeit im Mauerwerk zu bekämpfen und die strukturelle Integrität des Gebäudes zu gewährleisten.
Mechanische Verfahren
Beim Mauersägeverfahren wird das Mauerwerk präzise durchtrennt, um eine Sperrschicht einzulegen. Dies ermöglicht eine effektive Trennung der Wände von aufsteigender Feuchtigkeit. Mauern können dabei bis zu einer Dicke von 1,3 Metern mit einer Mauersäge gesägt werden. Bei der Bearbeitung von Mauerwerken ist besondere Sorgfalt erforderlich.
Eine weitere mechanische Methode ist das Chromstahlblechverfahren. Dabei werden gewellte Edelstahlplatten ohne Öffnen der Mauerfuge in das Mauerwerk eingetrieben. Während des Einschlagens verdichten diese Platten das Mörtelband, wodurch Setzungsrisse Schritt für Schritt mit geeigneten Materialien verhindert werden können.
Beide Methoden bieten wirksame Lösungen für verschiedene Gebäudetypen und Feuchtigkeitsgrade, insbesondere bei massiven Bauwerken wie Bruchsteinmauern, die mit herkömmlichen Injektionsverfahren schwer zu behandeln sind.

Nachträgliche Horizontalsperren: Mechanische und chemische Verfahren schützen Mauerwerk vor Feuchtigkeit.
Injektionsverfahren
Das Injektionsverfahren zur Horizontalsperre verwendet wasserundurchlässige Substanzen, die in das Mauerwerk injiziert werden, um eine kapillardichte Schicht zu bilden. Diese Methode kann an verschiedene Mauerwerkstypen und Feuchtigkeitsgrade angepasst werden.
Ein Beispiel für ein Injektionsverfahren ist das Spezialparaffinverfahren, bei dem erhitztes Paraffin injiziert wird, das beim Abkühlen eine undurchlässige Schicht bildet. Injektionspacker können sowohl unter Druck als auch drucklos durchgeführt werden, abhängig vom verwendeten Injektionsstoff, der Art der Injektion und dem Injektionsdruck.
Hinweis:
Diese Methode ist besonders vorteilhaft, da sie ohne große bauliche Eingriffe durchgeführt werden kann und relativ kostengünstig ist. Sie ist besonders geeignet für Häuser, bei denen mechanische Verfahren nicht infrage kommen.
Vorteile einer nachträglichen Horizontalsperre
Eine nachträgliche Horizontalsperre schützt die Bausubstanz effektiv vor aufsteigender Feuchtigkeit. Sie verhindert Schäden wie Putzabplatzungen, Salzausblühungen und Schimmelbildung, die durch Nässe entstehen.
Zudem wirkt sich die Horizontalsperre positiv auf die Gesundheit der Bewohner aus. Durch das Verhindern des Feuchtigkeitseintritts in die Kellerwände wird das Risiko von Schimmelbildung deutlich verringert. Da Schimmelsporen Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen können, trägt eine effektive Abdichtung nicht nur zum Schutz der Bausubstanz bei, sondern verbessert auch nachhaltig das Raumklima.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Energieeinsparung: Durch das Verhindern von Feuchteschäden an den Außenwänden kann die Wärme im Gebäude besser gehalten werden, was die Energieeffizienz steigert. Dies ist nicht nur umweltfreundlich, sondern schont auch den Geldbeutel. Zudem trägt eine gute Wärmedämmung zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz bei.
Darüber hinaus kann die Maßnahme den Wert einer Immobilie erhöhen, da sie sowohl die bauliche Stabilität als auch die Energieeffizienz verbessert. Somit ist die nachträgliche Horizontalsperre eine nachhaltige Investition in die Zukunft des Gebäudes.
Der Einbau einer nachträglichen Horizontalsperre
Der Einbau einer nachträglichen Horizontalsperre erfordert sorgfältige Vorbereitung. Vor dem Einbringen der Sperrschicht müssen alte Anstriche und loser Putz entfernt werden, um eine gute Haftung des Materials zu gewährleisten. Eine mangelhafte Untergrundvorbereitung kann die Haftung der Abdichtung beeinträchtigen und zu frühzeitigen Schäden führen.
In der Regel werden Löcher im Abstand von 10 bis 25 cm in die Wand gebohrt, um das Injektionsmaterial einzubringen. Eine mechanische Horizontalsperre kann durch das Einschlagen von Edelstahl- oder Fiberglasplatten in das Mauerwerk erstellt werden. Nach dem Einbau sollte überprüft werden, ob die Abdichtung ausreichend haftet und die Installation ordnungsgemäß abgeschlossen ist.
Die Verwendung von Feuchtigkeitsmessgeräten an Wänden kann helfen, den Feuchtigkeitsgrad zu bestimmen und den Durchfeuchtungsgrad sowie die Notwendigkeit einer Horizontalsperre zu überprüfen.
Tipp:
Auch bei Neubauten kann eine nachträgliche Horizontalsperre sinnvoll sein, wenn die ursprüngliche Abdichtung nicht ausreichend ist oder Schäden aufweist. Moderne Produkte und Verfahren ermöglichen eine flexible und effektive Anwendung, die sich an die individuellen Gegebenheiten des Gebäudes anpasst.
Kosten und Zeitaufwand
Die Kosten für eine nachträgliche Horizontalsperre können stark variieren, aberhängig von der gewählten Methode und der individuellen Situation. In der Regel liegen die Kosten aber zwischen 70 Euro und 350 Euro pro Quadratmeter. Das Mauersägeverfahren zählt zu den teuersten Optionen, während das Injektionsverfahren kostengünstiger ist.
Die Zeit, die für die Installation benötigt wird, hängt von der gewählten Methode, dem Ausmaß des Feuchtigkeitsproblems und der Größe des betroffenen Bereichs ab. In der Regel dauert die Installation einer Horizontalsperre einige Tage bis mehrere Wochen.
Es ist wichtig zu bedenken, dass die Investition in eine Horizontalsperre langfristig Kosten sparen kann, indem größere Schäden und aufwendige Sanierungen sowie eine Sanierung und Aufwand vermieden werden.

Aufsteigende Feuchtigkeit gefährdet Gesundheit und Bausubstanz.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Ein häufiger Fehler bei der Installation von Horizontalsperren ist die falsche Platzierung der Sperrschicht, was ihre Funktionalität beeinträchtigt. Eine fehlerhafte Platzierung kann deren Effektivität stark beeinträchtigen und sollte durch fachliche Beratung vermieden werden. Zudem kann eine Sperre in der falschen Position zu weiteren Problemen führen, die als Barriere wirken können.
Eine unzureichende Reinigung der Wände vor der Installation kann zu einer schlechten Haftung des Abdichtungsmaterials führen. Um Fehler zu vermeiden, sollten die Anweisungen zur Installation sorgfältig befolgt und bei Unsicherheiten professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
Achtung!
Die Einbindung der Horizontalsperre in andere Abdichtungsmaßnahmen sowie in die Querschnitts- und Horizontalabdichtung ist wesentlich, um Schwachstellen im System zu vermeiden. Eine unzureichende Integration kann zu Defiziten im Abdichtungssystem führen.
Langfristige Pflege und Wartung
Regelmäßige Inspektionen sind erforderlich, um sicherzustellen, dass die Horizontalsperre weiterhin zuverlässig funktioniert. Die Wände sollten mindestens einmal jährlich auf Feuchtigkeitsstellen, Risse oder Salzausblühungen kontrolliert werden.
Eine gute Belüftung ist wichtig, um Kondenswasser zu vermeiden, das die Wirksamkeit der Abdichtung beeinträchtigen könnte. Kleine Schäden wie Risse sollten rechtzeitig ausgebessert werden, um größere Abdichtungen zu verhindern.
Farben oder Tapeten auf Dichtschlämme können die Wirksamkeit der Abdichtung beeinträchtigen. Deshalb sollte bei der Wandgestaltung darauf geachtet werden, dass der langfristige Schutz der Horizontalsperre erhalten bleibt. Die Wahl der Farbe sollte daher mit Bedacht getroffen werden.
Häufig gestellte Fragen
1. Warum ist eine nachträgliche Horizontalsperre notwendig?
2. Welche Methoden gibt es zur nachträglichen Horizontalsperre?
3. Was kostet eine nachträgliche Horizontalsperre?
4. Wie vermeidet man häufige Fehler bei der Installation?
5. Wie pflegt man eine nachträgliche Horizontalsperre langfristig?
Zusammenfassung
Eine nachträgliche Horizontalsperre ist ein unverzichtbares Mittel, um die Integrität und den Wert eines Gebäudes zu erhalten. Sie schützt vor aufsteigender Feuchtigkeit, verbessert das Wohnklima und trägt zur Energieeinsparung bei. Durch die verschiedenen Methoden, von mechanischen Verfahren bis hin zu Injektionsverfahren, gibt es für jede Situation eine passende Lösung. Langfristige Pflege und regelmäßige Inspektionen sind entscheidend, um die Wirksamkeit der Horizontalsperre zu gewährleisten. Mit der richtigen Vorbereitung und Durchführung kann eine nachträgliche Horizontalsperre eine nachhaltige Investition in die Zukunft Ihres Gebäudes darstellen.


