Das Wichtigste auf einen Blick
Feuchtigkeitsmessgeräte für Wände – Funktion, Nutzen und Einsatzbereiche
Feuchtigkeitsmessgeräte für Wände bestimmen den Feuchtigkeitsgehalt in Putz, Mauerwerk und Estrich. Sie unterscheiden sich grundlegend von reinen Luftfeuchtemessern (Hygrometern), die nur die relative Feuchtigkeit der Raumluft erfassen.
Moderne Feuchtemessgeräte lassen sich häufig mit einer App verbinden, um Messdaten direkt auf dem Smartphone zu visualisieren und zu verwalten. Die Geräte sind speziell für verschiedene Wandmaterialien konzipiert: z. B. Ziegel, Beton, Gipskarton oder Kalksandstein. Hochwertige Feuchtemesser bieten vorwählbare Materialprogramme, die automatisch die korrekten Referenzwerte für das jeweilige Material verwenden. Das ist wichtig, weil ein „normaler“ Feuchtigkeitsgehalt bei Gips anders aussieht als bei Zement.
Das Problem mit unsichtbarer Feuchtigkeit: Hinter Tapeten, unter Fliesen oder im Mauerwerk kann sich Wasser sammeln, ohne dass Sie es bemerken. Unsichtbare Feuchteschäden können massive gesundheitliche Probleme hervorrufen. Die Messung der Feuchtigkeit von Wänden ist besonders wichtig bei unklaren gesundheitlichen Problemen. Die Folgen zeigen sich erst später – Schimmelbildung, weiße Ausblühungen, abblätternde Farbe oder ein muffiger Geruch. Besonders für Kinder und Allergiker stellt versteckte Wandfeuchte ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar.
Die feuchte Kellerwand nach einem Rohrbruch, die nasse Außenwand in einer Altbauwohnung aus den 1970er-Jahren oder der klassische Schimmel hinter dem Schrank an der Nordwand: In all diesen Fällen hilft ein Feuchtigkeitsmessgerät, das Ausmaß des Problems einzuschätzen. Die Verwendung solcher Geräte ist besonders in Bau- und Renovierungsprojekten unerlässlich, um Bauschäden frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Hinweis:
Besonders sinnvoll ist die Anschaffung eines solchen Messgeräts beim Immobilienkauf, Mieterwechsel, nach einem Wasserschaden oder vor geplanten Sanierungen. Die Investition von 30–70 € kann Ihnen Tausende Euro an Folgekosten ersparen.
Funktionsweise – kapazitive Messung und Widerstandsverfahren im Vergleich
Für die Wandfeuchtemessung haben sich zwei Messprinzipien etabliert, die unterschiedliche Vor- und Nachteile mitbringen. Feuchtigkeitsdetektoren nutzen verschiedene Messverfahren, um den Wassergehalt in Wänden zu bestimmen und liefern so wichtige Informationen für die Schadensprävention und die Bewertung des Raumklimas. Die Wahl des richtigen Verfahrens hängt von dem konkreten Anwendungsfall ab.
Kapazitive Messung
Kapazitive Feuchtemessgeräte arbeiten zerstörungsfrei. Sie erzeugen ein elektrisches Feld zwischen einer Messsonde (oft eine Kugelsonde) und der Wandoberfläche. Da Wasser eine deutlich höhere dielektrische Permittivität (Dielektrizitätszahl) als trockene Baustoffe besitzt, verändert bereits geringe Feuchtigkeit das elektrische Verhalten von Putz, Beton oder Mauerwerk. Diese Eigenschaft nutzen kapazitive Feuchtigkeitsmessgeräte, um den Feuchtegehalt in Wänden zuverlässig zu erfassen.
Die Eindringtiefe liegt typischerweise bei 20–50 mm, abhängig vom Modell und Material. Geräte wie das Trotec BM31 oder der Peakmeter PM6308 nutzen dieses Prinzip. Die Messwerte werden meist in Digits angegeben – Relativwerten, die trockene von feuchten Bereichen unterscheiden.
Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass die Messung zerstörungsfrei erfolgt und weder Bohrungen noch Messstifte erforderlich sind. Auf diese Weise können auch größere Wandflächen effizient geprüft und feuchteauffällige Bereiche zuverlässig lokalisiert werden.

Kapazitive Messgeräte erkennen Wandfeuchte zerstörungsfrei über Veränderungen im elektrischen Feld.
Widerstandsmessung
Bei der Widerstandsmessung werden zwei Metallstifte in das Material gedrückt. Der elektrische Widerstand zwischen den Stiften hängt vom Feuchtegehalt ab – je feuchter das Material, desto geringer der Widerstand. Die Ergebnisse werden häufig in Prozent (%) angegeben, typischerweise im Bereich von 0,2–40 % für Baustoffe.
Geräte wie der Brennenstuhl MD oder der TopTes TS-620 arbeiten nach diesem Prinzip und ermöglichen eine sehr präzise Messung in der oberflächennahen Materialschicht.
Ein Nachteil dieser Messmethode besteht darin, dass die Elektroden sichtbare Einstichspuren im Material hinterlassen. Zudem können salzbelastete Putze, metallische Einlagen oder Armierungen die Messergebnisse beeinflussen und zu verfälschten Messwerten führen.
Welche Methode für welchen Fall?
| Anwendungsfall | Empfohlene Methode | Begründung |
|---|---|---|
| Schneller Flächenscan | Kapazitiv | Zerstörungsfrei, große Bereiche in kurzer Zeit |
| Sichtputz, Fliesen, Tapeten | Kapazitiv | Keine sichtbaren Spuren |
| Punktgenaue Nachmessung | Widerstand | Präzise Werte an konkreten Stellen |
| Keller, Rohbau | Widerstand | Höhere Genauigkeit, Spuren unkritisch |
| Überprüfung auf Rohrdurchführungen | Widerstand | Punktuelle Präzision wichtig |
Mechanische Hygrometer: Alternative zur elektronischen Messung
Mechanische Hygrometer ermöglichen die Messung der Luftfeuchtigkeit ohne Batterien oder externe Stromversorgung und arbeiten rein physikalisch. Sie nutzen hygroskopische Materialien – häufig speziell behandelte Naturhaare oder synthetische Fasern –, die sich bei steigender Luftfeuchte ausdehnen und bei trockener Luft zusammenziehen. Diese Längenänderung wird über ein feinmechanisches System auf einen Zeiger übertragen, der die relative Luftfeuchtigkeit auf einer Skala anzeigt.
Der große Vorteil mechanischer Hygrometer liegt in ihrer Unabhängigkeit von Stromquellen: Sie funktionieren dauerhaft und wartungsarm, da keine Batterien gewechselt werden müssen. Das macht sie besonders attraktiv für den Einsatz in Bereichen, in denen eine kontinuierliche Überwachung der Luftfeuchte gewünscht ist – etwa in Wohnräumen, Büros oder Lagern. Auch preislich sind diese Messgeräte oft sehr attraktiv und bieten eine einfache Möglichkeit, die Feuchtigkeit im Blick zu behalten.
Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Mechanische Hygrometer sind in der Regel weniger präzise als moderne elektronische Feuchtemessgeräte. Die Messung kann durch Temperaturschwankungen oder Luftbewegungen beeinflusst werden, was zu ungenaueren Ergebnissen führen kann. Zudem ist es wichtig, das Gerät regelmäßig zu kalibrieren, um verlässliche Werte zu erhalten – gerade wenn die Feuchtigkeit in sensiblen Bereichen wie bei der Schimmelprävention oder der Kontrolle von Baustoffen eine Rolle spielt.
Für viele alltägliche Anwendungen, bei denen es auf eine grobe Einschätzung der Luftfeuchte ankommt, sind mechanische Hygrometer dennoch eine praktische und günstige Lösung. Wer jedoch den Feuchtigkeitsgehalt in Wänden, Putz, Estrich oder anderen Materialien exakt messen möchte, sollte weiterhin auf spezialisierte elektronische Feuchtigkeitsmessgeräte zurückgreifen, um zuverlässige und aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.
Feuchtigkeitsmessgeräte Wand – wichtige Kaufkriterien
Beim Kauf eines Feuchtigkeitsmessgeräts sind praxisrelevante Kriterien häufig wichtiger als detaillierte technische Datenblätter. Viele Geräte sind über Online-Plattformen wie Amazon erhältlich, auf denen Produktvergleiche, Kundenbewertungen und unabhängige Testberichte eine hilfreiche Entscheidungsgrundlage bieten. Maßgeblich für die Auswahl sind vor allem Messprinzip, Einsatzbereich, Messgenauigkeit und Bedienkomfort.
Achten Sie beim Online-Kauf außerdem auf Versandkosten, Lieferzeiten und den angebotenen Versandservice. Während einige Anbieter kostenfreien Versand anbieten, können bei anderen zusätzliche Gebühren anfallen. Ein transparenter Bestell- und Versandprozess trägt wesentlich zu einer sicheren Kaufentscheidung bei.
Info:
Beim Vergleich verschiedener Feuchtigkeitsmessgeräte spielt nicht nur die Funktionalität, sondern auch der Preis eine wichtige Rolle. Die Geräte sind in unterschiedlichen Preisklassen von unter 20 € bis über 100 € erhältlich.
Materialprogramme
Vorwählbare Materialeinstellungen wie „Beton“, „Gips“ oder „Ziegel“ sind kein bloßes Marketingelement, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die Ermittlung zuverlässiger Messergebnisse. Unterschiedliche Baustoffe besitzen verschiedene Rohdichten, Porenstrukturen und Feuchtespeicherfähigkeiten. Ein hochwertiges Feuchtigkeitsmessgerät kompensiert diese Materialunterschiede, indem es die Messsignale entsprechend kalibriert und in nachvollziehbare relative Feuchtewerte oder Skalenanzeigen umrechnet.
Messbereich und Auflösung
Für Baustoffe sollte der Messbereich mindestens 0,2–40 % (Widerstand) oder 0–200 Digits (kapazitiv) abdecken. Die Auflösung sollte bei 0,1–0,5 % bzw. 1 Digit liegen. Gröbere Abstufungen erschweren das Erkennen feiner Unterschiede zwischen „noch okay“ und „schon kritisch“.
Display und Ablesbarkeit
Ein beleuchtetes LCD-Display mit großen Ziffern ist unverzichtbar – besonders bei Messungen im dunklen Keller oder hinter Möbeln. Nützliche Zusatzfunktionen sind die Anzeige von Minimal- und Maximalwerten sowie eine Hold-Funktion, die den aktuellen Messwert festhält.
Handhabung
Ein rutschfester Griff, eine ergonomische Einhandbedienung und ein robustes, idealerweise gummiertes Gehäuse erhöhen die Arbeitssicherheit und den Bedienkomfort erheblich. Dies ist insbesondere bei Messungen auf Leitern, über Kopf an Decken oder in engen Nischen von großer Bedeutung.
Zusatzfunktionen
Praktische Zusatzfunktionen erhöhen den Nutzwert eines Feuchtigkeitsmessgeräts deutlich. Dazu zählen akustische Alarme bei Überschreiten definierter Grenzwerte, farbige LED-Anzeigen (grün/gelb/rot) zur schnellen Zustandsbewertung sowie eine automatische Abschaltung nach etwa 3–5 Minuten zur Schonung der Batterie. Einige Geräte erfassen zusätzlich die Temperatur, was eine fundiertere Beurteilung des Raumklimas ermöglicht.
Preisbereiche
Die Preisspanne ist erheblich, doch auch Einsteigergeräte liefern zuverlässige Ergebnisse:
| Kategorie | Preisbereich | Beispiele | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Einsteiger | 20–35 € | Einfache Baumarkt-Geräte | Erste Einschätzung, gelegentliche Nutzung |
| Heimwerker | 35–70 € | Peakmeter, TopTes, Brennenstuhl | Regelmäßige Kontrollen, Altbausanierung |
| Profi | über 100 € | Trotec BM-Serie, Gann | Professionelle Anwendung, Gutachten |
Empfehlenswerte Feuchtigkeitsmessgeräte im Vergleich
Die folgenden Geräte haben sich in der Praxis bewährt und decken unterschiedliche Anforderungen ab – vom gelegentlichen Check bis zur systematischen Altbausanierung. In dieser Übersicht werden sowohl Feuchtigkeitsdetektoren als auch Feuchtigkeitsmesser vorgestellt, die zur Ermittlung des Feuchtigkeitsgehalts in Wandmaterialien und Oberflächen eingesetzt werden.
Trotec BM31
Das Trotec BM31 ist ein typischer Vertreter der kapazitiven Wandmessgeräte und eignet sich hervorragend für schnelle Flächenscans ohne Beschädigung der Oberfläche.
Der kleine Kugelkopf und das handliche Gehäuse ermöglichen eine intuitive Bedienung mit wenigen Tasten. Sie führen das Gerät einfach über die Wandfläche und beobachten die Änderungen der Digit-Werte in Echtzeit. Min- und Max-Anzeige sowie automatische Abschaltung gehören zusätzlich zur Ausstattung.
Wichtig zu verstehen: Das BM31 zeigt relative Feuchteverteilungen an, keine absoluten Werte. Daher sind Vergleichsmessungen essenziell – messen Sie zuerst eine sicher trockene Innenwand als Referenz, dann die verdächtigen Stellen. Die Unterschiede zeigen, wo Handlungsbedarf besteht.
Das Gerät eignet sich besonders für wiederkehrende Überprüfungen von Kellern, Außenwänden und Dachschrägen – beispielsweise vor und nach Sanierungsmaßnahmen. Für Mieter und Hausbesitzer, die regelmäßig Kontrollen durchführen möchten, stellt es eine zuverlässige Wahl dar.

Die Geräte ermöglichen zuverlässige Feuchtemessungen in Wand und Oberfläche.
Brennenstuhl
Der Brennenstuhl Feuchtigkeitsdetektor MD ist ein klassisches Stiftmessgerät mit Widerstandsprinzip – präzise, aber mit sichtbaren Spuren.
Die Messung erfolgt in wenigen Schritten: Zunächst wird die Schutzkappe entfernt, anschließend werden die beiden Metallstifte senkrecht in das Material gedrückt und der Messwert abgelesen. Bei Bedarf lässt sich der angezeigte Wert über die Hold-Taste fixieren, um ihn bequem zu dokumentieren. Typische Messbereiche liegen bei etwa 5–50 % für Holz und bei rund 1,5–33 % für mineralische Baustoffe.
Besonders anwenderfreundlich ist die zusätzliche Symbolanzeige: Neben den Prozentwerten stellt das Gerät den Feuchtezustand über Tropfensymbole wie „trocken“, „feucht“ und „nass“ dar. Dadurch lässt sich auch ohne Fachkenntnisse sofort erkennen, ob ein unkritischer Zustand vorliegt oder ob akuter Handlungsbedarf besteht.
Hinweis:
Bedenken Sie, dass die Einstichspuren in Sichtputz oder Fliesenfugen dauerhaft sichtbar bleiben. Der Brennenstuhl eignet sich daher eher für Keller, Rohbau und unauffällige Stellen, an denen kleine Löcher nicht stören.
Peakmeter
Die Peakmeter PM6530B-Serie bietet kapazitive Messung für Wand und Boden mit mehreren Materialmodi. Das beleuchtete Display und die robuste Verarbeitung machen das Gerät zum soliden Allrounder.
Besonders geeignet ist es für die Altbausanierung und Rohbaukontrolle, wo verschiedene Materialien geprüft werden müssen. Die Möglichkeit, zwischen Beton, Gips und anderen Baustoffen umzuschalten, erleichtert die Interpretation der Messwerte erheblich.
TopTes TS-620
Der TopTes TS-620 ist ein präzises Stiftgerät mit zwei Metallstiften und separaten Skalen für Holz und Baustoffe. Die farbige LED-Anzeige (trocken/feucht/nass) ermöglicht eine schnelle erste Einschätzung, bevor Sie sich mit den genauen Prozentwerten befassen.
Das Gerät eignet sich für Hausbesitzer, die punktgenaue Messungen benötigen – etwa bei Verdacht auf lokale Wasserschäden oder zur Kontrolle von Problemstellen nach Reparaturen.
Tobolin / Tobometer HY
Für spezialisierte Anwendungen bei Naturstein- und Altbausanierungen bietet sich das Tobometer HY an. Mit automatischer Kalibrierung und materialspezifischen Referenztabellen liefert es besonders zuverlässige Ergebnisse bei historischen Baustoffen.
Dieses Gerät richtet sich primär an Profis und ambitionierte Heimwerker, die mit denkmalgeschützten Gebäuden oder ungewöhnlichen Materialien arbeiten.
Schritt-für-Schritt: Wandfeuchte richtig messen
Eine korrekte Feuchtigkeitsmessung erfordert systematisches Vorgehen. Diese Anleitung eignet sich unabhängig vom konkreten Gerät und hilft Ihnen, aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.
- 1Schritt 1: Gerät vorbereiten.
Schalten Sie das Feuchtigkeitsmessgerät ein und wählen Sie den passenden Materialmodus (Beton, Gips, Ziegel). Prüfen Sie den Batteriestand – schwache Batterien können zu ungenauen Messwerten führen. Der Batteriezustand sollte mindestens 50 % anzeigen. - 2Schritt 2: Akklimatisierung.
Lassen Sie das Gerät einige Minuten im Raum liegen, bevor Sie messen. Temperaturdifferenzen zwischen Gerät und Umgebung können die Messung beeinflussen. - 3Schritt 3: Referenzmessung durchführen.
Messen Sie zunächst an einer sicher trockenen Innenwand – idealerweise eine Wand ohne Außenkontakt, Wasserleitungen oder bekannte Feuchteprobleme. Notieren Sie diesen Wert als Referenz. - 4Schritt 4: Wandfläche visuell prüfen.
Bevor Sie messen, schauen Sie sich die Wand genau an: Gibt es Flecken, Ausblühungen, Tapetenblasen oder Verfärbungen? Diese Stellen sollten Sie gezielt messen. - 5Schritt 5: Messpunkte festlegen.
Markieren Sie gedanklich oder mit Klebestreifen die Messpunkte: Bodenbereich (ca. 10–30 cm Höhe), Raumecken, Fensterlaibungen, Außenwandmitte. Pro Wand sollten Sie mindestens 3–5 Punkte erfassen. - 6Schritt 6: Messung durchführen.
Setzen Sie das Gerät senkrecht an die Wand an (kapazitiv) oder drücken Sie die Stifte gleichmäßig ein (Widerstand). Halten Sie das Gerät ruhig und warten Sie, bis sich der Messwert stabilisiert. - 7Schritt 7: Ergebnisse dokumentieren.
Führen Sie ein einfaches Protokoll mit Datum, Raum, Wandbezeichnung und Messwert. Dies ist besonders wertvoll bei Gesprächen mit Vermietern, Gutachtern oder Versicherungen, da nachvollziehbare Messwerte eine sachliche und belastbare Grundlage für die weitere Klärung bieten.
Typische Messfehler vermeiden
Halten Sie Abstand zu Steckdosen, Wasserleitungen und Heizungsrohren – metallische Einbauten verfälschen die Messwerte erheblich. Messen Sie nicht unmittelbar nach dem Duschen oder Kochen, da die erhöhte Luftfeuchtigkeit auch die Wandoberfläche beeinflusst. Greifen Sie das Gerät zudem nicht direkt über dem Sensor – Ihre Handfläche kann die Messung stören.
Bei Altbauten empfiehlt es sich, an mindestens zwei Tagen mit ähnlichen Klimabedingungen zu messen. Wetterumschwünge können zu Ausreißern führen, die kein echtes Feuchteproblem anzeigen.
Welche Werte sind für Wände noch in Ordnung?
Die korrekte Interpretation von Messwerten ist stets vom jeweiligen Baustoff und vom eingesetzten Messverfahren abhängig. Hersteller wie Trotec, Brennenstuhl oder Peakmeter stellen in ihren Bedienungsanleitungen materialspezifische Referenz- und Vergleichstabellen bereit, die eine fachgerechte Einordnung der Ergebnisse ermöglichen.
Drei-Stufen-System
Die meisten Feuchtigkeitsmessgeräte für Wände arbeiten mit einem Drei-Stufen-System:
| Stufe | Bedeutung | Handlungsempfehlung |
|---|---|---|
| Trocken | Normalzustand | Keine Maßnahmen nötig |
| Feucht / kritisch | Erhöhte Feuchtigkeit | Ursache suchen, verstärkt lüften |
| Nass | Deutliche Durchfeuchtung | Fachbetrieb einschalten |
Orientierungswerte für Baustoffe (Widerstandsmessung)
Diese Werte sind Richtwerte und können je nach Gerät und Hersteller leicht variieren:
- 0,5–3 %: Normal für die meisten Baustoffe
- 3–5 %: Kritischer Bereich, Ursache ermitteln
- Über 5 %: Verdacht auf aktiven Feuchteschaden

Messwerte müssen immer material- und geräteabhängig interpretiert werden.
Orientierungswerte in Digits (kapazitive Messung)
Für kapazitive Messgeräte wie das Trotec BM31:
- Unter 40 Digits: Bei Innenwänden meist unkritisch
- 40–80 Digits: Erhöhter Feuchtegehalt, genauer beobachten
- Über 80–100 Digits: Verdacht auf Durchfeuchtung
Materialspezifische Unterschiede
Die Ausgangswerte unterscheiden sich je nach Material erheblich. Trockenes Holz startet bei etwa 30 Digits und gilt bei 70 Digits als durchfeuchtet. Gips beginnt bei etwa 25 Digits (trocken) und erreicht kritische Werte bei 60 Digits. Zement zeigt trocken etwa 20 Digits und feucht 50 Digits.
Wandfeuchte und Raumluftfeuchtigkeit richtig einordnen
Hohe Feuchtewerte in der Wand in Kombination mit einer dauerhaft erhöhten Raumluftfeuchtigkeit von über etwa 65–70 % gelten als besonders schimmelanfällig. In diesem Bereich ist die Luft nahezu gesättigt, sodass Feuchtigkeit an Oberflächen nur noch unzureichend abtrocknen kann. Ergänzend sollte daher stets ein Hygrometer eingesetzt werden, um die Gesamtsituation des Raumklimas fachgerecht zu beurteilen.
Typische Ursachen für feuchte Wände und was man tun sollte
Messergebnisse sind nur dann aussagekräftig, wenn die Ursache der Feuchtigkeit korrekt eingeordnet wird. So lassen sich geeignete Maßnahmen ableiten und Fehlentscheidungen bei der Sanierung vermeiden.
Oberflächenfeuchte durch Kondensation
Kondensation entsteht, wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Wandoberflächen trifft und dort abkühlt. Häufige Auslöser sind Wärmebrücken, zu dicht an Außenwänden platzierte Möbel, unzureichende Beheizung sowie mangelnde oder falsche Lüftung.
Ein typisches Beispiel ist Schimmelbildung hinter einem Kleiderschrank: Die Wandoberfläche bleibt kalt, die Luft kann nicht zirkulieren, und Feuchtigkeit schlägt sich unbemerkt nieder.
Durchfeuchtung durch Bauschäden
Schäden an der Bausubstanz führen häufig zu dauerhaft erhöhten Feuchtigkeitsbelastungen. Typische Ursachen sind kapillar aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelbereich, defekte oder gealterte Dachabdichtungen, Risse im Mauerwerk sowie undichte Wasser- oder Abwasserleitungen.
Wasserschäden und Notfälle
Akute Schadensereignisse wie Rohrbrüche im Bad, Überflutungen des Kellers infolge von Starkregen oder ein geplatzter Heizkörper erfordern sofortiges und strukturiertes Handeln. Feuchtigkeitsmessgeräte sind dabei ein zentrales Instrument, um den Trocknungsfortschritt über mehrere Wochen hinweg fachgerecht zu überwachen.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie oft sollte ich die Wandfeuchte in meiner Wohnung messen?
2. Ab welcher Feuchtigkeit ist eine Wand wirklich gefährlich?
3. Kann ich ein günstiges Gerät aus dem Baumarkt verwenden?
4. Reicht ein Hygrometer zur Schimmelprävention?
5. Wie gehe ich mit widersprüchlichen Messwerten um?
Zusammenfassung
Das frühzeitige Erkennen von Feuchtigkeit in Wänden schützt die Bausubstanz, reduziert das Risiko von Schimmelbildung und bewahrt die Gesundheit der Bewohner. Regelmäßige Messungen mit geeigneten Feuchtigkeitsmessgeräten für die Wand sowie die parallele Kontrolle der Luftfeuchte ermöglichen eine fundierte Bewertung der Situation. Entscheidend ist weniger das konkrete Messgerät als dessen konsequente Verwendung und die systematische Dokumentation der Ergebnisse nach Datum und Messstelle. So lassen sich Ursachen wie Baufeuchte, Kondensation oder Durchfeuchtung von Mauerwerk, Putz, Beton oder Estrich frühzeitig erkennen. Ein handliches Feuchtemessgerät gibt Hausbewohnern die Möglichkeit, Probleme selbstständig zu überwachen und rechtzeitig gegenzusteuern, bevor aus kleinen Auffälligkeiten kostspielige Schäden durch Wasser oder Schimmel entstehen.


