Wasser im Keller – wen anrufen?

Starkregen, ein nächtlicher Rohrbruch oder langsam steigendes Grundwasser können jeden Hausbesitzer unvorbereitet treffen. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112, bei Rohrbruch den Installateur-Notdienst, bei Überschwemmung die Feuerwehr über die reguläre (Nicht-Notruf-)Rufnummer. Dieser Artikel erklärt Notfallkontakte, Sofortmaßnahmen, Versicherungsfragen und wirksame Prävention.

Ist der Schaden bei Ihnen bereits eingetreten?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wählen Sie die 112 bei Lebensgefahr – etwa wenn Strom mit Wasser in Kontakt kommt, Heizöl oder Gas austreten oder Wände einsturzgefährdet sind.
  • Schalten Sie den Strom im Haus sofort ab und betreten Sie den überfluteten Bereich nicht, solange die Elektrik nicht gesichert ist.
  • Kontaktieren Sie die Versicherung frühzeitig und dokumentieren Sie den Schaden ausführlich – Fotos, Videos und eine Liste beschädigter Gegenstände sind unverzichtbar.
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Wasser im Keller – wer ist der richtige Ansprechpartner?

Akute Gefahren: Wann der Notruf 112 erforderlich ist

Besteht eine unmittelbare Gefahr für Menschen, Tiere oder Umwelt, sollten Sie ohne Zögern den Notruf 112 wählen. Das gilt insbesondere bei stromführenden Leitungen im Wasser, Gasgeruch, Rauchentwicklung oder dem Austritt von Schadstoffen wie Heizöl oder Chemikalien. In solchen Situationen übernimmt die Feuerwehr nicht nur das Abpumpen, sondern koordiniert auch die Gefahrenabwehr und bindet bei Bedarf weitere Stellen wie Energieversorger ein. Ihre persönliche Sicherheit hat in diesen Fällen stets oberste Priorität.

Überschwemmter Keller ohne akute Lebensgefahr

Ist der Keller vollgelaufen, ohne dass eine direkte Gefahr besteht, können Sie die Feuerwehr über die reguläre (Nicht-Notruf-)Rufnummer oder alternativ einen Wasserschaden-Notdienst kontaktieren. Gerade nach Starkregen oder Rückstau aus der Kanalisation ist dies ein häufiger Fall. Beachten Sie, dass Einsätze außerhalb des Notfalls je nach Kommune kostenpflichtig sein können. Nach dem Abpumpen ist meist der Einsatz von Bautrocknern sinnvoll, um Feuchtigkeit aus Wänden und Böden zu entfernen.

Wasser im Keller durch mögliche Leckage am Heizungsanschluss

Bei Rohrbruch oder technischen Defekten sollte sofort der Wasserzufluss gestoppt und ein Fachbetrieb informiert werden.

Rohrbruch und technische Defekte im Haus

Bei Rohrbrüchen, undichten Waschmaschinen oder defekten Heizungsleitungen ist der Sanitär-Notdienst der richtige Ansprechpartner. Drehen Sie zunächst den Haupthahn zu, um weiteren Wasseraustritt zu stoppen, und informieren Sie anschließend den Fachbetrieb. In Miet- oder Eigentumswohnungen sollten Sie zusätzlich Vermieter oder Hausverwaltung benachrichtigen. Sind elektrische Geräte oder Leitungen betroffen, kann ergänzend ein Elektriker erforderlich sein.

Dauerhafte Feuchtigkeit und Grundwasserprobleme

Schleichende Durchfeuchtung, aufsteigende Feuchtigkeit oder dauerhaft nasse Kellerwände stellen in der Regel keinen akuten Notfall dar, können jedoch langfristig erhebliche Bauschäden verursachen. Hier sind Bausachverständige, Bauingenieure oder spezialisierte Abdichtungsfirmen die richtigen Ansprechpartner. Sie analysieren die Ursachen mithilfe von Feuchtemessungen und entwickeln passende Sanierungskonzepte wie Abdichtungen oder Drainagen. Wichtig zu wissen: Schäden durch Grundwasser sind häufig nur mit einer Elementarschadenversicherung abgedeckt.

Dokumentation und Vorbereitung für den Ernstfall

Unabhängig von der Ursache sollten Sie jeden Wasserschaden sorgfältig dokumentieren. Fotografieren Sie die Schadensquelle, betroffene Bauteile und den Wasserstand, bevor Aufräumarbeiten beginnen. Diese Unterlagen sind für Gutachter und Versicherungen von großer Bedeutung.

Hinweis: 

Speichern Sie wichtige Telefonnummern wie Feuerwehr (Nicht-Notruf), Installateur, Elektriker und Versicherung im Handy und zusätzlich gut sichtbar im Haus.

Erste Schritte im Notfall: So verhalten Sie sich richtig

Im Ernstfall gilt eine klare Priorität: Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie stehen über allen Sachwerten. Erst wenn keine Gefahr mehr besteht, kümmern Sie sich um Gegenstände und Schäden.

  1. Eigene Sicherheit prüfen – Betreten Sie den Keller niemals, wenn das Wasser steigt, ungewöhnliche Geräusche zu hören sind oder Sie die Situation nicht einschätzen können. Elektrische Leitungen unter Wasser können zu tödlichen Stromschlägen führen. Im Zweifelsfall warten Sie auf professionelle Hilfe.
  2. Strom abschalten – Schalten Sie den Hauptschalter im Stromkasten aus, sofern dieser sich nicht im überfluteten Bereich befindet. Steht der Sicherungskasten bereits im Wasser, berühren Sie ihn unter keinen Umständen. Rufen Sie stattdessen den Netzbetreiber an, der die Stromversorgung von außen trennen kann. Dieser Schritt ist unverzichtbar, um Stromschläge zu vermeiden und Ihre Sicherheit zu gewährleisten.
  3. Wasserzufuhr sperren – Vermuten Sie einen Rohrbruch oder einen geplatzten Schlauch der Waschmaschine, drehen Sie sofort den Hauptwasserhahn zu. Dieser befindet sich in den meisten Häusern im Hausanschlussraum, oft in der Nähe des Wasserzählers. Bei einer Wasserleitung, die im Mauerwerk verläuft, kann ein schnelles Handeln hier große Folgeschäden verhindern.
  4. Vorsichtig bewegen – Erst wenn Strom und Wasserzufuhr gesichert sind, dürfen Sie sich in trockenen oder nur leicht feuchten Bereichen bewegen. Berühren Sie niemals Steckdosen oder elektrische Geräte, die im Wasser stehen oder gestanden haben. Tragen Sie nach Möglichkeit Gummistiefel und Schutzausrüstung.
  5. Wichtige Dinge sichern – Wenn noch Zeit bleibt und kein Risiko besteht, bringen Sie wichtige Dokumente, Wertgegenstände und mobile Elektrogeräte in höhere Stockwerke. Priorisieren Sie dabei: Dokumente vor Elektronik, Elektronik vor Möbeln.

Achtung!

Versuchen Sie nicht, den Keller eigenständig mit einer Pumpe leerzupumpen, wenn der Wasserstand außen höher ist als innen. Der Wasserdruck von außen kann die Bodenplatte anheben und zu schweren Schäden an der Bausubstanz führen. Warten Sie auf die Anweisungen von Fachleuten.

Welche Versicherung zahlt bei Wasser im Keller?

Falsche Annahmen über den Versicherungsschutz können teuer werden. Viele Hausbesitzer glauben, bei jedem Wasserschaden automatisch abgesichert zu sein – doch die Realität sieht oft anders aus.

Die Wohngebäudeversicherung ist zuständig für Schäden an der Bausubstanz: Wände, Böden, Decken, fest verbaute Heizungsanlagen und Sanitärinstallationen. Sie greift in der Regel bei Leitungswasserschäden – also wenn Wasser aus defekten Rohren oder Armaturen austritt. Wichtig zu wissen: Überschwemmungen von außen, etwa durch Starkregen oder Hochwasser, sind meist nicht automatisch abgedeckt. Die meisten Versicherer bieten eine 24/7-Notfall-Hotline an. Notieren Sie sich diese Nummer im Voraus und rufen Sie im Schadensfall so früh wie möglich an. Die Mitarbeiter können Ihnen erste Anweisungen geben und einen Gutachterbesuch vereinbaren.

Installateur prüft Rohrleitungen bei Wasser im Keller

Die Wohngebäudeversicherung übernimmt Schäden an der festen Bausubstanz durch Leitungswasser.

Die Hausratversicherung deckt bewegliche Gegenstände ab, die durch das Wasser beschädigt wurden: Möbel, Elektrogeräte, Vorräte, Werkzeug und alles, was Sie im Keller gelagert haben. Typische Beispiele sind die Gefriertruhe mit verdorbenem Inhalt, die Waschmaschine oder Sportgeräte. Melden Sie den Schaden möglichst innerhalb weniger Tage – viele Policen sehen kurze Fristen für die Schadensmeldung vor. Erstellen Sie eine detaillierte Liste aller beschädigten Gegenstände mit geschätztem Wert und fügen Sie Fotos bei.

Die Elementarschadenversicherung ist ein Zusatzbaustein, der Naturereignisse wie Überschwemmung, Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation und Grundwasseranstieg abdeckt. In Deutschland haben 2024 noch immer viele Haushalte keinen solchen Schutz – prüfen Sie Ihre Police genau. Ohne diese Zusatzversicherung bleiben Sie bei einem durch Unwetter verursachten Wasserschaden auf den Kosten sitzen. Die Nachfrage nach solchen Zusatzversicherungen ist seit den Überschwemmungen 2021 um 25 % gestiegen.

Die private Haftpflichtversicherung kommt ins Spiel, wenn Wasser aus Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus Schäden bei Nachbarn verursacht. Das kann ein auslaufender Heizöltank sein, ein unzureichend gesicherter Pool oder eine geplatzte Leitung, deren Wasser in die darunterliegende Wohnung fließt. Informieren Sie in solchen Fällen umgehend Ihre Haftpflichtversicherung und die Nachbarn.

So gehen Sie beim Anruf vor:

  1. Halten Sie Ihre Versicherungsnummer bereit.
  2. Beschreiben Sie den Schaden möglichst genau und notieren Sie die Schadennummer, die Sie erhalten.
  3. Fragen Sie nach den nächsten Schritten: Wann kommt ein Gutachter? Dürfen Sie bereits abpumpen lassen? Welche Unternehmen empfiehlt die Versicherung für die Trocknung?

Hinweis: 

Entsorgen Sie ohne Rücksprache mit der Versicherung nichts Wertvolles und beginnen Sie keine größeren Umbauten. Dokumentieren Sie alles mit Fotos und Videos. Voreiliges Handeln kann Ihre Ansprüche gefährden und zu Streitigkeiten mit dem Versicherer führen.

Häufig gestellte Fragen

1. Wann darf ich 112 wählen, wenn der Keller unter Wasser steht?

2. Wer hilft mir am Wochenende oder nachts bei einem Wasserschaden im Keller?

3. Muss ich für den Einsatz der Feuerwehr zahlen?

4. Was mache ich, wenn die Versicherung meinen Schaden ablehnt?

5. Kann ich eine Tauchpumpe selbst einsetzen?

6. Wer prüft die Elektrik im Keller nach einem Wasserschaden?

7. Was ist, wenn wiederkehrend Wasser im Keller auftritt? Wer plant eine dauerhafte Lösung?

Zusammenfassung

Dieser Beitrag hat Ihnen gezeigt, wen Sie bei Wasser im Keller anrufen sollten und wie Sie im Ernstfall richtig handeln – von der ersten Einschätzung bis zur Versicherungsmeldung.

Bei akuter Gefahr für Leben und Gesundheit gilt immer: 112 wählen. In allen anderen Fällen kontaktieren Sie die örtliche Feuerwehr über die reguläre Rufnummer oder einen Fachbetrieb. Sicherheit hat dabei absoluten Vorrang – schalten Sie zuerst den Strom ab, bevor Sie den überfluteten Bereich betreten. Die frühzeitige Kontaktaufnahme mit Ihrer Versicherung und eine sorgfältige Dokumentation des Schadens ersparen Ihnen später viele Diskussionen und sichern Ihre Ansprüche. Wer Telefonnummern, einen Notfallplan und bauliche Vorsorgemaßnahmen bereits im Vorfeld organisiert, kommt im Ernstfall deutlich entspannter durch den Wasserschaden. Nehmen Sie sich heute fünf Minuten Zeit, um die wichtigsten Nummern in Ihrem Handy zu speichern – so sind Sie zukünftig auf der sicheren Seite.

Geschäftsführender Gesellschafter der RONETEC Abdichtungstechnik GmbH

Nenad Veljkovic ist Geschäftsführer der RONETEC Abdichtungstechnik GmbH und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bauwesen und in der Sanierungstechnik. Mit seiner Firma hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Hausbesitzern und Mietern durch innovative Abdichtungsverfahren sowie fundierte Aufklärung dabei zu helfen, Feuchtigkeitsschäden frühzeitig zu erkennen, richtig einzuschätzen und nachhaltig zu beheben.

Auf der Website der RONETEC Abdichtungstechnik GmbH vermittelt er praxisnahes Wissen rund um typische Schadensbilder, moderne Abdichtungsmethoden und effektive Sanierungslösungen – immer mit dem Ziel, den Wert und die Bausubstanz von Immobilien langfristig zu erhalten.

Mit einem Abschluss als Diplom-Ingenieur im Bauwesen und einem MBA in Strategischem Management bringt Nenad Veljkovic sowohl technische Expertise als auch unternehmerische Weitsicht in seine Arbeit ein. Gemeinsam mit seinem Team steht er für zuverlässige Diagnostik, transparente Beratung und nachhaltige Sanierung auf höchstem Niveau.

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